Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht




Hallo,

wir melden uns mal wieder, waren ja schon fast verschollen. Aber das lag einfach daran, dass es wenig neues zu berichten gab.

Nun hat sich aber einiges angesammelt, und so wollen wir die Gelegenheit nutzen, dieses mitzuteilen.

Nun, wo fange ich an…?

Anfang diesen Jahres haben wir Udo, einen Segler aus Deutschland, hier kennen gelernt. Er war bereits letztes Jahr mit seiner Segelyacht „Caroona“ hier angekommen und wollte Anfang diesen Jahres von hier aus nach St. Maarten segeln.
Da dies nun doch eine etwas längere Strecke ist, suchte er nach Mitseglern – und so ist der Kontakt entstanden.
Mit der Segelreise nach St. Maarten ist dann doch nichts geworden, aus verschiedenen technischen Gründen und so kamen wir wenige Wochen später doch wieder zusammen. Es gab ein Problem mit dem Motor der Yacht und da ich hier auf der Insel doch inzwischen ein paar Kontakte habe, rief mich Udo an und bat um Hilfe.
In der Marina wollte man ihm gleich einen neuen Motor verkaufen, was doch ein recht teurer Spaß ist.
Nun bin ich zwar kein KFZ-Mechaniker, aber etwa ein dreiviertel Jahr zuvor hatte ich ein Problem mit dem Motor unseres zweiten Autos. Die Zylinderkopfdichtungen waren defekt und mussten ausgetauscht werden. Da ich genug Zeit hatte, dachte ich mir, dass ich das selbst erledigen werden und so begann ich zu schrauben. War mühsam, aber es hat doch ganz gut geklappt. Nach etwa 2 Wochen war das Auto wieder Fahrbereit und hat bestens funktioniert. Es sind nicht mal Schrauben übrig geblieben – was ja nicht so oft vorkommt, wenn man den halben Motor auseinander hatte.

Nachdem ich nun diese Erfahrung hatte, schlug ich Udo vor, den Motor mal zu zerlegen. Viel kaputt zu machen war ja nicht, aber bevor man einen Neuen kauft, kann man ja mal reinschauen.
Ich kam zu ihm in die Marina aufs Schiff und wir legten nach kurzem Philosophieren los. Sehr eng und warm war es da und manch Verrenkung war notwendig um an die Schrauben zu kommen, aber das hat dann doch soweit gut geklappt. Als wir den Zylinderkopf herunter nahmen, sah alles sehr gut aus. Ich konnte mir nicht erklären wo da der Motorschaden sein soll, wenn alles so gut aussieht. Nun machten wir aber weiter. Als nächstes musste das Getriebe abgeschraubt werden. Im Grunde auch nichts kompliziertes, gerade mal 10 Schrauben und weg ist das Ding. Jedoch kam dann die Überraschung – der Motor lief plötzlich frei. Schuld war also das Getriebe, das durch die Hauptwelle und einem gebrochenen Kugellager alles blockierte.
Nun waren wir beide erstmal froh, dass der Motor soweit doch in Ordnung ist, aber gleichzeitig etwas traurig, dass wir nicht mit dem Getriebe angefangen hatten. Beim näheren Betrachten hat es sich aber trotz dem als sehr gut herausgestellt, denn die Zylinderkopfdichtung war auch nicht mehr ganz ok. Man hätte damit zwar noch eine kurze Zeit fahren können, aber lange hätte sie das nicht mehr mitgemacht.
Also bestellten wir alle Ersatzteile die nötig waren. In der Zwischenzeit liessen wir das Getriebe überholen. Im Grunde hätte man das auch selbst machen können, aber dazu wäre auf jeden Fall eine Presse nötig gewesen und diese hatten wir nicht. Da aber die Reparatur, von den Kosten her, überschaubar war, liessen wir das erledigen.

Etwa eine Woche später kamen die Teile an. Es ging wieder ans zusammenbauen. Nach 2 Tagen extrem schwitzen war soweit alles fertig. Nur noch Öl reinfüllen, Kühlwasser rein und dann los – starten. Da es ein Diesel ist und wir die Kraftstoffleitungen offen hatten, musste man diese vorher entlüften. Noch nie zuvor hatte ich sowas gemacht. Also erst einmal Handbuch lesen und schlau machen. Nachdem wir auch alles, wie im Handbuch beschrieben, durchführten hat auch alles wunderbar geklappt. Nach kurzem Husten sprang der Motor an und lief wieder voll motiviert wie früher.

Wärend der Arbeiten in der Marina, lernten wir Jochen, auch Deutscher, kennen. Er war zu dieser Zeit mit seinem Katamaran „Telumee“ auch in der Marina für diverse Arbeiten.
So ergab sich auch ein Tagesausflug mit der Telumee, was uns sehr viel Spaß gemacht hat. Das Highlight war aber, als plötzlich eine Gruppe Delfine auftauchten. War sehr schön diese Tiere zu beobachten, wie Sie mit dem Katamaran, man könnte sagen, um die Wette jagten. Glücklicherweise hatten wir an diesem Tag auch unsere Kamera dabei – so sind dann folgende Fotos entstanden:

Es war ein toller Tag. Nochmals ein Dankenschön an Jochen, an dieser Stelle 🙂

So waren auch schon die ersten Monate dieses Jahres schnell um. Es war eine tolle Zeit, in der wir auch wieder einiges dazulernen konnten. So sind auch ein paar neue Kontalte entstanden und man kennt die Insel noch etwas mehr.

Jedoch scheint dieses Jahr irgendwie was mit Booten zu tun zu haben. Nun haben wir auch einen Defekt an unserem Boot. Es ist halt nichts für die Ewigkeit gebaut und geht  irgendwann kaputt. Die Arbeiten sind soweit am Laufen, jedoch mit einer kleinen Zwangspause… brauche mal wieder Ersatzteile. Da es die hier auf der Insel entweder nicht gibt oder derartig überteuert sind, bestelle ich alles in den USA und lasse es mir schicken. Ist umständlich, aber geht im Endeffekt schneller, kostet weniger und ich weiß wenigstens was ich bestellt habe. Beim Bootshändler hier auf der Insel ist das manchmal wie Lotto spielen… man braucht viel Glück, dass auch die richtigen Teile bestellt sind 🙂

Genauso machen wir das mit Ersatzteilen fürs Auto. Trotz teurer Versandkosten und teileweise Zollgebühren von 30% ist es immernoch günstiger, die Teile in den USA zu bestellen, zum Teil ist es dann immer noch 50% günstiger als hier auf der Insel.
So ist es halt auf einer Insel. Es gibt auch negative Dinge mit denen man sich abfinden muss. Hoffen wir einfach, dass das Auto nicht so oft kaputt geht 🙂

Der Garten nimmt auch immer mehr Gestalt an. Sämtliche Bananen haben inzwischen getragen und warten nun wieder auf die nächste Regenzeit. Dann konnten wir auch schon Granatäpfel und Guaven ernten. Papayas haben wir erst spät wieder gepflanzt, die werden noch ein paar Monate brauchen und mit den Melonen haben wir es wohl verpasst – da ist nichts draus geworden.
Dafür haben wir es mal mit Trauben versucht. Sie tun sich sehr schwer, aber gehen nicht ein. Wahrscheinlich warten sie auch auf die Regenzeit, mal abwarten wie sie sich entwickeln.
2 Moringa-Bäume haben wir auch gepflanzt. Noch sind sie sehr klein, aber sie sehen jeden Tag besser aus. Hoffentlich überstehen sie die kritische Zeit, wo die Leguane sich dran machen. Moringa soll aber sehr gesund sein, nähere Infos gibt es u.a. bei Wikipedia.
Hier noch 3 Fotos, vom Morings, Neem-Baum und dem Orchideenstrauch.

Immer wieder sind wir auch unter Wasser unterwegs und jagen Rotfeuerfisch. Seit Anfang 2013 bis heute haben wir 1116 Fische herausgeholt. Ist zwar nicht so viel, aber wenigstens ein kleiner Beitrag zur Säuberung der Riffe. Zum Glück schmeckt dieser Fisch auch noch lecker. Viele Gäste, die den einmal probiert haben, wollen den immer wieder. Manche Gäste bestellen den Fisch gleich mit, wenn Sie die Unterkunft buchen 🙂

Ja, das war es auch schon soweit.

Wir wünschen alles Gute
Sonnige Grüße
Irina & Paul




Ein Gedanke zu „Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht

  1. Hallo ihr zwei,

    habe mich sehr gefreut eure Zeilen zu lesen. Finde es toll wie ihr das alles meistert. Ich denke der Anfang war absolut nicht leicht. Ich würde mich sehr freuen wenn ihr mir davon schreiben würdet. Ich möchte auch gerne nach Curacao ziehen und dort arbeiten und leben. Im netz findet man viele berichte dazu,aber sind auch sehr kontrovers. Daher würde ich mich sehr freuen, mit euch zu schreiben.

    Freue mich sehr von Euch zu hören.

    Bis bald, grüsse aus Deutschland, Stefan

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