3 Jahre Curacao




Ganze 3 Jahre ist es nun schon her, dass wir hier auf der Insel sind.

Wir haben sehr viel hier erlebt. Viel positives, auch ein wenig negatives. Aber im gesamten ist doch das Inselleben schön, was nicht heißen soll, dass man hier nur in der Hängematte hängt. Auch hier hat das Leben seinen Preis und alles kostet Geld. Ein paar Dinge sind günstiger als in Europa, man könnte sagen, um normal zu leben braucht man hier nicht so viel Geld wie zum Beispiel in Deutschland. Aber das heißt auch ein klein wenig zu verzichten – auf Dinge, die man sowieso nicht wirklich braucht. Daher fällt es auch nicht schwer ohne diese Dinge zu leben.

Auf der anderen Seite hat man das Meer und die wunderschöne Unterwasserwelt direkt vor der Nase und kann jederzeit hin. Die Unterwasserwelt fasziniert immer wieder. Frage mich immer wieder welchen Sinn es hat, dass es so viele bunte Fische gibt, man findet fast alle Farben. Ebenso Korallen, ganze Landschaften, die teilweise wie Gärten aussehen. Gleichzeitig kann man sehr gut erkennen wie viel Schaden der Mensch auch da unten anrichtet.

Andere lustige Geschichten bekommt man auch immer wieder mit. So wie letztens mal. Lagen da 2 Männer am Strand, Alter etwa 35 – 40 Jahre alt. Der eine war irgendwie halb abwesend, der andere vertieft in ein Rätselbuch aus dem er hin und wieder laut vorlas.

Darunter war zum Beispiel folgende Aufgabe: Ein junge geht in den Laden und will sich einen Tischtennisschläger mit Ball kaufen. Die 2 Artikel zusammen kosten 1,10 Euro, wobei der Schläger genau 1 Euro teurer ist als der Ball. Was kostet nur der Schläger und wie viel der Ball?

Habe mich köstlich amüsiert… nach etwa 30 Minuten heftigen Diskutierens gab der eine dann auf. OK, es war sehr heiß am Strand, aber sooo heftig empfand ich es nicht 🙂 Jedenfalls gabs alle möglichen Zahlen und die tollsten Argumente – 30 Minuten lang. Auf einen Nenner sind die beiden aber irgendwie nicht gekommen 😀

Aber wir haben hier nicht nur ein Strandleben. Es gibt ja noch andere Aufgaben zu erfüllen. Von Zeit zu Zeit muss man diverse Ämter besuchen. Oft ist es sehr zeitraubend, andere male geht das in wenigen Minuten. Besonders viel Zeit braucht man immer, wenn es um die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis geht. Ein Besuch bei der Immigration verschlingt etwa einen halben Tag. Zum Glück muss man da nicht so oft hin, aber dennoch ist es manchmal nervig. Inzwischen kennen wir den Ablauf ganz gut, das spart dann unnötige Termine, weil man irgend etwas vergessen hat und noch mal kommen muss.

In diesen vergangenen 3 Jahren haben wir auch viele Menschen kennen gelernt, aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt, darunter natürlich auch andere Auswanderer. Mit vielen ist der Kontakt geblieben, mit anderen nicht.

Nun, welche Herusforderungen hat man so alles in einem fremden Land.

Am Anfang hat man natürlich viel zu tun bis man die Mentalität der Menschen begriffen hat und verstanden hat, wie sie denken und ticken. Das ist auch hier auf der Insel so. In den ersten Monaten haben wir da sehr viel dazu gelernt. Für viele ist es schwierig mit den etwas längeren Wartenzeiten umzugehen, oder der Ruhe und Gelassenheit der Menschen. Es ist hier eben normal, dass alles ruhig und langsam geht und ganz blöd wird es, wenn man versucht Druck auszuüben oder meint, die Leuten müssten sich mal etwas schneller bewegen. In Gesprächen mit Urlaubern kommt es immer wieder zur Sprache. Auch wenn sich im Supermarkt lange Schlangen an den Kassen bilden, so bedeutet das nicht, dass es an der Kasse schneller geht. Es geht im gemütlichen Tempo weiter und oft haben die Kassierinnen auch Zeit für ein kurzes Pläuschchen – das ist hier eben so und ganz normal. Wer es eilig hat, muss eben zu Zeiten einkaufen, wo weniger los ist, so um etwa 9 oder 10 Uhr morgens. Wer um 17 oder 18 Uhr in den Supermarkt geht, muss halt einfach mehr Zeit mitbringen. Abends kaufen viele Berufstätige ein und da wird es eben voll, und das wissen die auch und stellen sich entsprechend ein. Die, die sich über lange Schlangen beschweren zeigen damit nur, dass sie nicht in der Lage sind, Ihre Zeit einzuteilen, oder so ähnlich. Schliesslich sind die Supermärkte jeden Tag geöffnet, auch Sonntags. Da fällt einem jedenfalls sofort auf, wer aus Europa kommt und wer schon länger auf der Insel ist 🙂

Nun sind wir inzwischen 3 Jahre hier und haben uns ganz gut eingelebt. Deutschland vermissen wir nicht wirklich, was nicht heißen soll, dass wir gerne mal wieder ein paar Freunde besuchen würden. Naja, vielleicht nächstes Jahr. Eigentlich war ein Besuch dieses Jahr geplant, was wir dann aber ändern mussten und so ist es nichts mehr geworden. Im Großen und ganzen ist bisher soweit alles gut gelaufen, auch wenn viele Pläne und Ideen nicht funktioniert haben, aber das macht nichts. Da muss man eben improvisieren und neue Wege suchen. Das hat uns um viele Erfahrungen reicher gemacht und das Leben spannend gemacht. Den Schritt auszuwandern haben wir bisher nicht bereut. Jedoch würden wir einiges bei einem zweiten mal sicher anders machen.
Vor allem viel weniger auf möchtegern Auswanderhelfer hören, das hat uns nur wertvolle Zeit, einige Nerven und ein wenig Geld unnötig gekostet. Aber solche Erfahrungen sind bei Projekten dieser Größe ganz normal und sicher nicht auszuschliessen.

In diesem Sinne, sonnige Grüße und
bis zum nächsten Artikel
Irina & Paul




4 Gedanken zu „3 Jahre Curacao

  1. Hallo ihr beiden!
    Sehr interessant euch auf dieser Seite zu folgen und eure tips zu durchforsten!
    Eine Frage meinerseits: ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass ihr auch Autos vermietet. Ist das richtig? Bin mit einer Freundin ab dem 29.12. Auf curacao und wir haben leider ein wenig geschludert mit der autoanmietung… 🙁
    Falls nicht, habt ihr noch nen geheim tip wo wir jetzt noch ein Auto für eine Woche her bekommen?
    Schonmal vielen Dank für die Antwort und: weiter so! 🙂
    Lg kirsten

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  2. Hallo Allerseits,

    wie geht es Ihnen auf der Insel?

    Könnten Sie mir ein paar Tipps bzw. Internetlinks geben, unter welchen Konditionen man als Deutscher ab 50 J. am besten nach Curacao auswandern kann?

    Besten Dank und beste Grüße!
    Kira P.

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