5 Jahre Curacao




Hallo

ja es sind tatsächlich 5 Jahre seit ich Deutschland verlassen habe und mich auf Curacao niedergelassen habe. Die Zeit ist wie im Flug vergangen und es gab sehr vieles zu erleben.
Es gab viele Tiefen und Höhen, etwas komplizierte Tage und wunderschöne Tage. Im allgemeinen kann ich aber sagen, dass ich den Schritt bisher nicht bereut habe. Ich hätte sicher vieles anders gemacht, aber die Auswanderung selbst hat mich persönlich in meiner Entwicklung sehr bereichert und sehr vieles gelehrt. Ich habe sehr viele Menschen gelernt, viele Nette, auch ein paar weniger Nette. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass ich in den letzten 5 Jahren viel mehr gelernt habe als in den 10 Jahren davor. Was man bei einer Auswanderung auf jeden Fall lernt ist sehr viel über sich selbst und sehr viel über Menschen allgemein. Man lernt sehr gut Menschen einzuschätzen und mit der Zeit kann man sich auf dieses Gefühl wirklich sehr gut verlassen. Mein Feststellung ist, dass es gar nicht so sehr viele Unterschiede gibt. Es gibt Menschen die sagen etwas und tun es auch, dann gibt es aber auch die, die sehr viel reden – genau die sind zu 95% nur Dummschwätzer und nichts anderes. Es ist sicher keine neue Erkenntnis, aber hier fällt sowas sehr gut auf.

Mir persönlich hat es jedenfalls sehr viel gebracht und meinen Blick auf viele Dinge dieses Lebens sehr verändert, auch besonders in den letzten 1,5 Jahren. Es gab nur wenige Tage, die etwas „stressvoller“ waren, wenn man das so überhaupt bezeichnen kann. Dadurch hat man sehr viel Zeit und Ruhe über viele Dinge nachzudenken. Vieles wird einem sehr klar, was man unter Stress niemals sehen kann.

Oft werde ich von Auswanderwilligen verschiedenes gefragt. Was ich auf jedenfall sagen kann: Eine Auswanderung kostet Geld, aber es ist eine große persönliche Bereicherung und eine Weiterentwicklung die man so sicher in seiner gewohnten Umgebung niemals machen kann. Auf jedenfall sollte man es sich auch gut überlegen und wirklich ehrlich mit sich selber sein und analysieren ob man überhaupt der Typ ist auszuwandern. Sehr viele können dies nicht, und es ist auch gut so. Viele meinen aber, sie könnten es, merken dann aber sehr schnell, dass es wohl doch ganz anders ist, als man es sich vorgestellt hat und man es mental gar nicht verkraften kann. In diesen Fällen ist es meiner Meinung nach eher sinnvoll, dies abzubrechen, bevor man sich total aufreibt. Auf die finanzielle Situation will ich gar nicht eingehen, das ist ein ganz anderes Thema und könnte ein Kapitel für sich werden. Worum es hier geht ist die rein mentale Belastung. Allein der sogenannte Kulturschock kostet sehr viel Energie und Kraft bis man es gelernt hat damit umzugehen. Die einen lernen schnell, die anderen lernen langsam und manche lernen es nie.

Was meine Erfahrung aber ist, wir Menschen sind im Grunde alle gleich. Es ist völlig egal on schwarz oder weiß, oder woher man auch kommt. Jeder Mensch hat die gleichen Bedürfnisse und die gleichen Gefühle. Es ist so erschreckend wie die Menschen, hauptsächlich durch Medien, auseinander getrennt werden, in Rassen eingeteilt und unterschiedlich bewertet werden. Man kann es manchmal echt nicht fassen. Passiert eine Katastrophe in einem Land wo hauptsächlich weiße leben wird ein riesen Aufschreib gemacht, Sterben aber bei einer Katastrophe oder was auch immer hunderte dunkelhäutige Menschen wird es meistens nicht mal erwähnt! Wie kommt sowas? Warum unterscheiden wir derartig krass und wadurch wird dies begünstigt. Es ist sehr interessant, wenn Kinder sich das erste mal treffen und anfangen zu spielen. Die merken nicht einmal, dass sie unterschiedliche Hautfarbe haben. Erst ab einem späteren Alter muss das wohl „anerzogen“ werden. Aber warum tun wir das? Damit meine ich nicht nur die weißen, den dunklen gegenüber sondern genauso auch andersrum.

Interessanter weise beschwert sich jeder über Rassismus, aber jeder fördert diesen indem er unterschiedet. Aber wir haben nicht nur ein Rassismusproblem zwischen schwarz und weiß. Die weißen untersich sind schon rassistisch, zumindest ist das meine Erfahrung. Es wäre zu weit auf das alles einzugehen, aber meine Beobachtungen sind so. Trotz dem habe ich Hoffnung, dass die Menscheit eines Tages „erwacht“ und versteht was für eine schwachsinnige Welt man sich da aufgebaut hat.

Es hatte mal jemand vor einigen Wochen geschrieben: Gott möge uns doch vor einem Krieg bewahren und dem derzeitigen Finanzsystem ein Ende bereiten. Nun meine Antwort dazu: Gott wird sich um diese Probleme ganz sicher nicht scheren, da wir diese selbst gemacht haben. Wir Menschen sind so bescheuert und kreieren Banken die uns in Kriege zwingen. Da nun nach einem Gott zu schreien ist nicht nur dumm, sondern absolut bescheuert und zeigt auch schon wieder wie krank die Menschheit geworden ist. Aber nunja, genug davon. Hoffen wir auf eine weltweites Erwachen. Denn nur wir Menschen können das alles beenden und es anders machen!

Es ist wie mit allem. Wenn wir etwas tun und es uns nicht gefällt, müssen wir schon selbst eine Änderung herbeiführen, sonst ändert sich da nichts. Oder Wie Albert Einstein einmal sagte: Es ist absurd andere Ergebnisse zu erwarten, wenn man immer genau das gleiche tut.

In diesem Sinne wünsche ich alles erdenklich Gute

Bis zum nächten Post
Paul

 




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